SAG ist eines dieser Wörter, die jeder Mountainbiker irgendwann hört. Gleichzeitig sorgt kaum ein anderer Fahrwerksbegriff bei Einsteigern für so viele Fragezeichen. Was ist SAG? Wie viel ist richtig? Und muss eine Federgabel wirklich auf 25 Prozent eingestellt werden?
Die kurze Antwort: Beim Dämpfer ist der SAG eine sehr hilfreiche Grundeinstellung. Bei der Federgabel solltest du dich dagegen nicht blind an einen Prozentwert halten.
Was bedeutet SAG?
SAG bezeichnet den Negativfederweg. Gemeint ist der Teil des Federwegs, den dein Fahrwerk bereits unter deinem normalen Fahrergewicht einfedert.
Setzt du dich beispielsweise auf dein Bike und der Dämpfer sinkt 15 mm in seinen nutzbaren Federweg ein, ist das dein Negativfederweg.
Warum braucht man ihn? Weil das Fahrwerk dadurch auch nach unten arbeiten kann. Fährt das Hinterrad über eine kleine Vertiefung, kann es nach unten ausfedern und bleibt besser am Boden.


So stellst du den SAG am Dämpfer ein
Am besten machst du das mit kompletter Fahrbekleidung: Helm, Schuhe, Rucksack und allem, was du auf dem Trail trägst.
Setze dich möglichst natürlich auf das Bike. Bei der Messung sollte die Bremse nicht gezogen werden. Hilfreich ist eine zweite Person.
Als grobe Orientierung werden bei vielen Bikes ungefähr 20 bis 30 Prozent SAG gefahren. Bei weniger Federweg liegt der Wert oft etwas niedriger, bei Enduro- und Downhill-Bikes teilweise höher.
Wichtig ist aber die Kinematik deines Bikes. Ein nominell gleicher SAG-Prozentsatz kann sich auf zwei verschiedenen Bikes völlig unterschiedlich anfühlen.
Und was ist mit der Federgabel?
Hier ist Vorsicht angesagt. Die Federgabel wird nicht einfach nach derselben SAG-Regel eingestellt wie der Dämpfer.
Bei einer Luftfedergabel ist die Herstellerangabe zum Start-Luftdruck die bessere Basis. Anschließend wird geprüft, wie sich die Gabel auf dem Trail verhält und wie viel Federweg tatsächlich genutzt wird.
Eine Gabel kann mit 20 Prozent SAG theoretisch korrekt aussehen und sich trotzdem schlecht fahren.


Zu viel oder zu wenig SAG?
Zu wenig SAG bedeutet meistens: Das Fahrwerk steht hoch und wirkt straff. Grip und Komfort können leiden.
Zu viel SAG kann dazu führen, dass das Bike tief im Federweg steht. Das kann zwar viel Traktion bringen, aber auch zu weniger Unterstützung, häufigem Durchschlagen oder einem unausgewogenen Fahrgefühl führen.
Der wichtigste Punkt
SAG ist kein Selbstzweck. Das Ziel ist nicht, eine Zahl möglichst exakt zu treffen. Das Ziel ist ein Fahrwerk, das unter realen Bedingungen funktioniert.
Wenn du dein Setup selbst einstellst, dokumentiere den Ausgangswert. Dann kannst du später nachvollziehen, was du verändert hast.
R SUSPENSION empfiehlt für Dämpfer je nach Federweg und Einsatzbereich unterschiedliche SAG-Bereiche und weist ausdrücklich darauf hin, die Federgabel nicht ausschließlich über einen SAG-Wert einzustellen. Diese Unterscheidung ist sinnvoll und sollte auch in einer guten Setup-Anleitung nicht fehlen.
SAG ist der Startpunkt, nicht das fertige Setup.






