Häufige Fragen (FAQ)
Service-Intervalle & Notwendigkeit
Ein MTB-Dämpfer sollte alle 50 bis 100 Fahrstunden oder mindestens einmal pro Jahr zum Service gebracht werden. Die genauen Intervalle hängen vom Hersteller (z. B. Fox oder RockShox) und den Fahrbedingungen ab. Ein rechtzeitiger Service verhindert teuren Verschleiß an den internen Bauteilen und sichert die optimale Performance.
Wenn Du den Gabel-Service hinauszögerst, drohen dauerhafte Schäden an den Standrohren und internen Bauteilen durch das einarbeiten von Schmutz. Die Gabel verliert spürbar an Sensibilität, die Reibung steigt und die Reparaturkosten erhöhen sich drastisch. Im schlimmsten Fall führt die Abnutzung der Beschichtung zum wirtschaftlichen Totalschaden der Gabel.
Der kleine Suspension-Service (Lower Leg Service) sollte alle 50 Fahrstunden durchgeführt werden. Bei diesem Service wird das Unterrohr gereinigt, die Staubabstreifer samt Schaumringe ausgetauscht und das Schmieröl erneuert. Dies ist die effektivste Maßnahme, um das feine Ansprechverhalten der Federgabel im Alltag zu erhalten.
Der kleine Service umfasst lediglich den Service des Unterrohrs, den Austausch der Staubdichtungen, Schaumringe und frisches Schmieröl. Der große Service (Vollservice) beinhaltet zusätzlich das komplette Zerlegen der Dämpfungskartusche und Luftkammer, den Austausch aller internen Dichtungen sowie den Wechsel des Dämpfungsöls.
Eine defekte Federgabel erkennst Du an sichtbarem Ölaustritt an den Abstreifern, sowie an einem defekten Lockout und einem schlechten Ansprechverhalten der Federgabel. Auch wenn die Federgabel trotz korrektem Luftdruck durchsackt oder den Federweg nicht mehr voll ausnutzt, liegt ein Defekt vor.
Ein Service lohnt sich auch bei günstigen Federgabeln, da er die Lebensdauer verlängert und das Ansprechverhalten spürbar verbessert.
Ja, wir können auch alte Modelle von Fox ohne große Probleme servicen. Nur bei alten Rock Shox Dämpfern vor Baujahr 2007 erfragst du bitte einfach per Email ob wir einen Service durchführen können.
Probleme, Geräusche & Defekte
Ein MTB-Dämpfer verliert meistens Luft, weil die Dichtungen der Luftkammer verschlissen, trocken oder beschädigt sind. In den meisten Fällen sind auch Einlaufspuren am Body der Grund. Diese schleifen und polieren wir wenn möglich aus oder ersetzen den ganzen Body. Auch ein loses oder defektes Ventil (Schrader-Ventil) kann die Ursache sein. Ein kleiner Dämpferservice mit neuen Dichtungen und frischen Schmiermitteln behebt dieses Problem in der Regel sofort.
Ein leichtes Schmatzen beim schnellen Ausfedern kann normal sein, da Öl durch die Ventile der Dämpfung fließt. Wird das Geräusch jedoch laut und klingt wie ein Schlürfen, hat sich Luft mit dem Dämpfungsöl vermischt (Kavitation). In diesem Fall ist ein Großer Federgabelservice mit Ölwechsel und Entlüftung notwendig.
Öl an den Standrohren deutet auf verschlissene, spröde oder durch Schmutz beschädigte Staubabstreifer hin. Wenn die Dichtungen ihre Spannung verlieren oder feine Kratzer auf den Standrohren vorliegen, kann Schmieröl nach außen dringen. Das Problem lässt sich durch einen Kleinen Federgabel Service beheben.
Wenn die Federgabel nicht mehr komplett ausfedert, liegt meist ein Defekt am Bypass zwischen Positiv- und Negativ-Luftkammer vor (Gabel „zieht sich zusammen“). Ein temporärer Trick ist das vorsichtige aber kraftvolle auseinander ziehen der Federgabel bei dem sich Positiv und Negativ Luftkkammer wieder ausgleichen. Da die Dichtungen am Airschaft meist verschlissen sind, solltest du den großen Federgabel Service durchführen lassen.
Ein hölzernes Fahrwerk entsteht meist durch Schmutz im System, trockene Dichtungen oder verbrauchtes Schmieröl, was die Reibung massiv erhöht. Auch ein falsches Setup mit zu viel Druckstufe oder einer zu langsam eingestellten Zugstufe kann dazu führen, dass das Fahrwerk bei schnellen Schlägen verhärtet. Für viele Federgabelmodelle bieten wir eine individuelle Lösung an, bei dem wir die Dämpfung optimieren mit dem MST-Tuning.
Wenn der Lockout nicht mehr funktioniert, ist meist der Ölstand in der Dämpfungskartusche zu niedrig oder die Kartusche hat Luft gezogen. In beiden Fällen muss der große Federgabel Service durchgeführt werden. Bei Remote-Systemen mit Lenkerhebel kann auch ein falsch eingestellter, gelängter oder defekter Seilzug die Ursache sein.
Ein durchsackender Dämpfer bietet im mittleren Federwegsbereich zu wenig Gegenhalt und gibt bei Kurven oder Kompressionen zu schnell nach. Die Ursache ist meist ein falsches Setup (zu wenig Luftdruck/SAG), eine zu geringe Druckstufendämpfung oder ein Defekt der Dämpfung allgemein.
Diese Frage hören wir fast täglich. Merkst du dieses Spiel beim fahren? Wenn ja, prüfe ob der Steuersatz deines Mountainbike defekt oder nur locker ist. Meist ist das der Fall. Hat deine Federgabel Spiel wenn du im Stand die Vorderradbremse ziehst? Dieser Test ist nicht Aussagekräftig denn die Führungsbuchsen müssen ein Übermaß haben. Sobald du auf dem Trail bist, füllt das Schmieröl diesen Spalt zwischen Standrohr und Führungsbuchsen und das Spiel ist weg. Eine Gabel die im Stand kein Spiel hat, läuft in der Regel sehr schlecht. Führungsbuchsen sollten dann kalibriert werden. Diesen Arbeitsschritt bieten wir auch an.
Setup, Einstellung & Tuning
Der SAG wird eingestellt, indem du dich in voller Montur (mit Helm und Rucksack) auf das Bike setzt und mit Sattel unten ohne Bremse zu ziehen bestimmst, wie weit der Dämpfer einsackt. Bitte messe sehr genau und nimm dir am besten eine helfende Person dazu.
Der Dämpfer sollte bei einem Federweg unter 130mm bei ca. 20-25% SAG sein. Bei 130-180mm Federweg empfehle ich 25-30%. Ein Downhill Bike kann gerne auch bis 32% SAG eingestellt werden. Genaueres findest du ihn unseren Fahrwerktipps.
Die Federgabel stellst du bitte nicht über den SAG ein! Nutze als Startpunkt die Herstellerangabe auf der Rückseite der Federgabel.
Der Rebound (Zugstufe) regelt die Ausfedergeschwindigkeit des Fahrwerks nach einem Schlag, um das Springen des Rades zu verhindern. Die Compression (Druckstufe) bremst die Einfedergeschwindigkeit und kontrolliert, wie sportlich, straff oder komfortabel sich das Fahrwerk beim Überfahren von Hindernissen anfühlt. Aber Achtung! Eine zu langsame Zugstufe fühlt sich auch beim einfedern härter an.
Die Zugstufe wird so eingestellt, dass das Fahrwerk schnell genug ausfedert, um für den nächsten Schlag bereit zu sein. Dabei gilt der Grundsatz so schnell wie möglich, so langsam wie nötig. Das Fahrwerk darf gerne nachwippen aber darf niemals kicken wenn man tief aus dem Federweg zurück kommt.
Du brauchst Volume Spacer (Tokens), wenn die Federgabel trotz korrekt eingestelltem Luftdruck bei harten Schlägen zu leicht durchschlägt. Spacer verkleinern das Volumen der Luftkammer, wodurch die Federkennlinie zum Ende des Federwegs hin progressiver (straffer) wird, ohne das feine Ansprechverhalten am Anfang zu verändern.
Nutze für das Grundsetup die offiziellen Tabellen und Online-Rechner der Hersteller (z. B. Fox oder Rock Shox) basierend auf deinem fahrfertigen Gewicht. Stelle zuerst den passenden Luftdruck für den empfohlenen SAG ein und stelle anschließend Zug- und Druckstufe ein. Starte zuerst mit dem Dämpfer und dann passt du die Gabel passend dazu ein.
Wenn das Fahrwerk oft durchschlägt, solltest du zuerst prüfen, ob der SAG korrekt eingestellt ist und gegebenenfalls den Luftdruck leicht erhöhen. Hilft das nicht, kannst du die Druckstufe erhöhen oder Volume Spacer (Tokens) installieren, um die Endprogression der Luftfeder zu verstärken. Prüfe auch ob die Zugstufe schnell genug eingestellt ist sodass „Packing“ nicht die Ursache für Durchschläge ist.
Für wurzelige Strecken mit vielen schnellen, kleinen Schlägen sollte die Low-Speed-Druckstufe leicht geöffnet werden, um maximale Sensibilität zu garantieren. Die Zugstufe (Rebound) muss schnell genug eingestellt sein, damit das Fahrwerk zwischen den einzelnen Wurzeln rechtzeitig ausfedert und nicht im Federweg stecken bleibt.
Ein Tuning verändert maßgeblich die Dämpfung deiner Federgabel oder Dämpfers für dein Gewicht, Fahrstil und Bike. Der Ölfluss wird optimiert und das Federelement gewinnt so den Federweg mit dem MST Tuning schneller zurück, sodass es höher im Federweg steht. Subjektiv hast du so mehr Federweg zur Verfügung und du wirst spürbar mehr Traktion bekommen. So wirst du kontrollierter und schneller auf dem Trail sein.
Für alle die gerne Trails, Bikeparks oder natürlich auch Rennen fahren. Egal ob Einsteiger oder Profi. Jeder profitiert auf seine Weise durch das individuell angepasste Fahrwerk.
Ablauf und Kosten des Service
Ein kompletter Fahrwerksservice (Großer Service) kostet je nach Modell meist zwischen 140 und 160 Euro für eine Federgabel und zwischen 120 und 180 Euro für einen Dämpfer. Ein kleiner Service (Lower Leg / Luftkammer) ist deutlich günstiger und liegt meist zwischen 80 und 85 Euro inklusive Dichtungen.
Die reine Bearbeitungszeit für einen Suspension-Service liegt meist bei 3 bis 9 Werktagen. Hinzu kommt die Postlaufzeit für den Hin- und Rückversand. In der Hauptsaison (Winter/Frühling) können die Wartezeiten durch hohe Auslastung auf 2 bis 8 Wochen ansteigen. Daher empfehlen wir gerne auch die Sommer- und Herbstzeit zu nutzen für einen Service.
Ja, viele Federgabeln lassen sich durch den Austausch des internen Luftschafts (Air Shaft) auf mehr oder weniger Federweg umbauen. Ob ein Umbau möglich ist, hängt exakt vom Modell, dem Modelljahr und den Freigaben des Herstellers ab.
Für den reinen Fahrwerksservice müssen Federgabel, Dämpfer oder Sattelstütze ausgebaut und an uns geschickt werden. Wir bieten gegen Aufpreis jedoch auch einen Komplettservice an, bei dem das gesamte Mountainbike persönlich vorbeigebracht wird und wir den Aus- und Einbau übernehmen.
Die Polsterung der Federelemente muss sorgfältig sein. Fülle das Paket mit ausreichend Verpackungsmaterial sodass möglichst keine Luft im Paket ist. Somit bleiben die Federelemente an Ort und Stelle während dem Versand. Der Karton muss rechteckig sein und eine maximale Länge von 120cm unterschreiten da es sonst als Sperrgut zählt. Erfrage gerne beim deinem Radhändler ob er einen speziellen Federgabelkarton für dich hat.
Zudem muss die 6-stellige Auftragsnummer außen auf´s Paket geschrieben werden.
Dämpferbuchsen und Bolzen gerne mitschicken damit wir es auf Verschleiß prüfen und ggf. ersetzen können. Die Schrauben mit denen du den Dämpfer im Rahmen befestigst, benötigen wir nicht.
Meist ist der Ausbau kein Hexenwerk aber dennoch ist Vorsicht geboten. Am besten machst du während dem Ausbau Fotos damit du danach alles wieder in der richtigen Reihenfolge zusammenbaust. Wenn du dir unsicher bist, hole deinen Bikebuddy dazu der sowas kann oder bring dein Fahrrad dafür in eine Werkstatt.
Wir empfehlen eine Reinigung ohne aggressive Reinigungsmittel! Nutze einen Gartenschlauch direkt nach der Fahrt. Nimm dir zur Hilfe einen Bikereiniger oder gerne auch Spülmittel und reinige alles mit einem Microfasertuch. Niemals solltest du mit einem Kabelbinder oder ähnlichem zwischen Standrohre und Abstreifer gehen! Dabei kann Staub hineinfallen welcher wie Sandpapier wirkt und einen großen Schaden verursacht. Nutz unser Pflegeöl welches du beim Service bestellen kannst. Davon machst du ein paar Tropfen auf die Standrohre der Gabel und den Body vom Dämpfer, lässt alles 2 Minuten einwirken. Dann kurz einfedern und Öl samt Schmutz abwischen.